Lex Legion

Lex Legion – Lex Legion

King Diamond ohne King Diamond – so könnte man die Heavy-Metal-Newcomer von Lex Legion mit einem Augenzwinkern beschreiben. Die Band setzt sich nämlich zu vier Fünfteln aus King Diamonds Begleitband Ende der 1980er Jahre zusammen. Neben den legendären Namen Andy LaRocque und Mikkey Dee gehören auch Pete Blakk und Hal Patino zur neuen Band. Den Gesang hat mit Nils K. Rue (Pagan’s Mind, Ex-Eidolon) ein weiterer Hochkaräter übernommen, sodass es sich hier um eine echte All-Star-Band handelt. Dass das skandinavisch/US-amerikanische Quintett sich düster angehauchtem Heavy Metal mit leichter US-Metal-Schlagseite verschrieben hat, ist angesichts des Line-ups wenig verwunderlich. Fraglich ist eher, ob das Material des Debütalbums „Lex Legion“ den hohen Erwartungen gerecht werden kann – oder ob hier nur alter Ruhm aufgewärmt wird.

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The Bobby Lees

The Bobby Lees – New Self

Das Banddasein kann eine ziemlich teure, undankbare Angelegenheit sein. Für The Bobby Lees war dies Ende 2023 Anlass, eine Pause auf unbestimmte Zeit bekanntzugeben. Wirtschaftlicher Druck und die Herausforderungen des Tourens inmitten aller Unsicherheiten wurden als Gründe genannt. Was folgte, war eine Welle der Solidarität. Unter anderem bot ‚Aquaman‘ Jason Momoa höchstpersönlich an, eine neue Platte zu finanzieren. Nun ist das US-Trio tatsächlich zurück, konnte sämtliche Energie in die kreative Seite der Band stecken und kam zudem bei Epitaph unter. „New Self“ ist ihr nunmehr viertes Studioalbum.

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Meltt

Meltt – Pathways

Nach einer längeren Tour und einer Platte, die zwischen Konzerten entstand, brauchten Meltt eine kleinere Pause. Mit etwas kreativer Distanz ergaben sich letztlich über 100 Ideen, die von den vier Herren aus Vancouver nach und nach in Songs verwandelt wurden. Ihrem bestens gelaunten Indie Pop mit schillernden Gitarren und psychedelischen Ausritten blieben sie treu, produzierten zudem alles selbst und holten sich einzig für den Mix mit Chris Coady (u. a. Beach House, TV On The Radio) etwas Unterstützung. Das dritte Studioalbum „Pathways“ setzt sich mit dem Älterwerden – die Kanadier werden demnächst 30 – und dem eigenen Lebensweg auseinander.

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La Sécurité

La Sécurité – Bingo!

Wie chaotisch darf Punk sein? La Sécurité rufen nur ‚Ja!“ und machen einfach. Das Quintett aus Montreal erklärt Präfix-Präferenzen für Art, Dance und Post, mit etwas Noise, Indie und Gaze als Bonus. Erste nationale und internationale Festivals, darunter ein Reeperbahn-Auftritt, wurden bereits erfolgreich absolviert, das erste Album „Stay Safe!“ erwies sich als hibbelige und zugleich erstaunlich entspannte Platte und wurde verdientermaßen auf die Longlist des Polaris Music Prize gesetzt. „Bingo!“ ist der mehr als unterhaltsame, gerne mal schräge und stets herausfordernde Nachfolger.

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Death Cab For Cutie

Death Cab For Cutie – I Built You A Tower

Die Vorzeichen für das mittlerweile elfte Studioalbum von Death Cab For Cutie könnten kaum spannender sein. Nach über 20 Jahren ist man nicht mehr bei einem Major unter Vertrag, nach der Pandemie-Platte „Asphalt Meadows“ war man endlich wieder gemeinsam im Studio – mit einem mittlerweile eingespielten, nicht mehr ganz so neuen Line-up – und zudem galt es, die wieder leicht aufsteigende Form zu konservieren. „I Built You A Tower“ überrascht zudem als sehr intensive, konzentrierte Auseinandersetzung mit Trauer und Verlust – Gefühle, die Frontmann Ben Gibbard jahrelang erfolglos in einem steinernen Grabmal zu verbergen versuchte.

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Modest Mouse

Modest Mouse – An Eraser And A Maze

Mit ihrem ersten Album seit fünf Jahren melden sich Modest Mouse unter besonderen Vorzeichen zurück. Erstmals seit über zwei Jahrzehnten stehen sie nicht bei einem Major-Label unter Vertrag, zudem musste Isaac Brock nach diversen Ausstiegen sowie dem viel zu frühen Krebstod von Gründungsmitglied Jeremiah Green gleich drei neue Musiker ins Line-up integrieren. Ursprünglich als EP für Brocks Nebenprojekt Ugly Casanova gedacht, enstand schließlich „An Eraser And A Maze“, für das der Mastermind nach eigenen Angaben sämtliche Filter deaktivierte und sich einfach von der Musik leiten ließ. Das Ergebnis spricht für sich und wirkt wie eine Rückkehr zu den klassischen Modest-Mouse-Platten der 2000er.

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Fink

Fink – The City Is Coming To Erase It All

Was Fin Greenall aka Fink seit Jahren aus seiner Akustik-Gitarre herausholt, weiß zu beeindrucken. Der Musiker und nahezu Dauer-Tourende sieht das zunehmende Verschwimmen von Leidenschaft und Beruf, sich auflösende Grenzen und die fortschreitende, nicht gerade freiwillige Zuwendung zum Hamsterrad. Symbolisiert wird dies durch die personifizierte Stadt, zugleich Thema des neuesten Albums. „The City Is Coming To Erase It All“ setzt sich mit veränderter Wahrnehmung, der von den Sorgen des Alltags beeinflussten Kunst an sich und der fragilen Ruhe der Heimat in Cornwall, die selbst über kurz oder lang von urbaner Überforderung – Greenall wohnt mittlerweile in Berlin – überrollt werden wird, auseinander.

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Laura Misch

Laura Misch – Lithic

Die Klangwelt ihrer Umwelt beschäftigt Laura Misch seit geraumer Zeit. Erst mit etwas Abstand entschied sich die Schwester von Tom Misch für die Musikkarriere, untermalt von ihren Wurzeln im Jazz und zugleich bewusst experimentell angelegt. Der 2023 erschienene Einstand „Sample Of Sky“ beschäftigte sich mit den Klängen der Natur, gekleidet in Electronica, Art-Pop und Ambient. Einen ähnlichen Weg beschreitet der Nachfolger, für den sich Misch eng mit den Sounds von Höhlen, Steinbrüchen, Gezeitentümpeln und steilen Küstenklippen beschäftigte, dort experimentierte und sammelte. „Lithic“ entspringt dem Gestein und befindet sich im permanenten Fluss.

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Madsen

Madsen – SMILE

Was kann man über Madsen nach mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten noch großartig sagen? Das mehr als verdiente erste Nummer-Eins-Album ihrer illustren Karriere liegt hinter den Wendländern, doch umgeworfen wurde deswegen selbstverständlich nichts. Ihre mittlerweile zehnte Studioplatte wurde im eigenen Proberaum aufgenommen und produziert, natürlich von der Band selbst, kommt über das eigene Label, und auch weite Teile der Videos und Social-Media-Content wurden selbst gedreht und geschnitten. Selbst gewisse Spannungen, die sich zuletzt durch die enge, langjährige Zusammenarbeit ergeben hatten, wurden souverän überstanden. „SMILE“ ist das mehr als starke Ergebnis des geplatzten Knotens.

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Bye Parula

Bye Parula – Something Out Of Nothing

Ausgerechnet ein Ausreißer ihres ansonsten proggig-poppigen Einstands brachte Bye Parula kräftig Aufmerksamkeit: Eine renommierte Kunst- und Kultur-Talk-Show machte „Still Got The Spirit“ zu ihrem Titelsong und holte den feinsinnigen, charmanten Groove ins Rampenlicht. Für die Band aus Montreal war das zwar kein Grund, mal eben alles umzuwerfen, dennoch entschied man sich für Veränderungen. Man schrumpfte vom Quintett zum Trio, erhöhte die Schlagzahl nach einem – wie es die Kanadier nennen – live etwas langweilig zu spielenden Debüt und konzentrierte sich darauf, den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Wenig überraschend ist aus „Something Out Of Nothing“ eine sympathische kleine Wundertüte geworden.

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