Melechesh

Melechesh – Sentinels Of Shamash

Nach fast einem Jahrzehnt der Funkstille melden sich Melechesh endlich aus der Versenkung zurück. Das ursprünglich in Israel von Bandkopf Ashmedi gegründete und heute in den Niederlanden ansässige Quartett gilt als Pionier des Sumerian Black Metal. Während ihr 2006er Meilenstein „Emissaries“ bis heute als unerreichtes Karriere-Highlight thront, markierte das letzte Lebenszeichen im Jahr 2015 den Beginn einer quälend langen Pause. Mit der neuen EP „Sentinels Of Shamash“ bricht die Band nun das Schweigen und beweist, dass ihr markanter Mix aus okkulter Raserei und nahöstlicher Mystik nichts von seiner Faszination verloren hat.

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Wesley Joseph

Wesley Joseph – Forever Ends Someday

Seit seiner Single „Ghostin’“ sorgt Wesley Joseph für Furore. Der in Walsall geborene und später für ein Filmstudium nach London gegangene Musiker, Songwriter und Regisseur heimste gleich mit seiner ersten EP über 100 Millionen Streams ein, machte auf dem Nachfolger gleich einen mächtigen kreativen Sprung nach vorne und arbeitete unter anderem mit Loyle Carner, Jorja Smith und Joy Orbison. Nun kommt also ein erstes komplettes Album, aufgenommen zwischen London, Walsall, Los Angeles und in den Schweizer Bergen, und natürlich von einem ganzheitlichen audiovisuellen Konzept begleitet. „Forever Ends Someday“ erreicht das erhoffte nächste Level.

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SALÒ

SALÒ – Hardcore

Eine Welt, die längst endgültig desensibilisiert sind, braucht Musik, die keinerlei Rücksicht auf etwaige Befindlichkeiten nimmt. SALÒ legt die Antithese zu Wohlfühlmusik vor. Auf seinen bisherigen Alben und EPs vermischte der mittlerweile in Wien ansässige Steirer Punk, Rock, Electro, Pop, Alternative und bewusst deutliche, knackige Texte. Die permanente Eskalation der Gegenwart, das Doomscrollen als Freizeitvertreib und fast omnipräsente Aussichtslosigkeit begleiten auch den neuesten Streich. „Hardcore“ zerlegt den Status Quo mit ausgesuchter Präzision und reißt dabei in aufgehende Gräben hinab.

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Doodseskader

Doodseskader – The Change Is Me

Wenn das zweite Album tatsächlich das schwerste sein soll, was denken Doodseskader wohl über ihre dritte Platte? Relativ wenig, denn nach „Year One“ und „Year Two“ verwarfen Tim De Gieter und Sigfried Burroughs das bereits fix und fertige „Year Three“. Diverse Gigs während dem Mixing-Prozess zeigten dem Duo aus dem belgischen Gent, dass sie inzwischen zu anderen Menschen geworden waren. Anstatt sich abermals auf kontinuierliche Selbstverbesserung zu konzentrieren, dokumentierte man ausnahmsweise den Status Quo und bemühte sich um die Akzeptanz eigener Fehler und Stärken. „The Change Is Me“ soll eine positivere Ära einläuten.

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Akem Manah

Akem Manah – Threnodies

Vierzehn Jahre Funkstille – das ist selbst für eine dem schleppenden Sound zugewandte Doom Metal-Band eine lange Zeit. Doch tatsächlich ließen Akem Manah, eine Formation aus dem flämischen Teil Belgiens (die nicht zu verwechseln sind mit der US-amerikanischen Band gleichen Namens) so lange Zeit, um sich nun endlich mit ihrem neuen Album „Threnodies“ zurückzumelden. Das Quartett, das sich nach dem zoroastrischen Dämon des „bösen Denkens“ benannt hat, konnte mit seinem Debütalbum „The Testament Of Sealant Mound“ 2010 für einige Aufmerksamkeit sorgen, doch danach gab es bis auf eine EP wenig zu hören. Die Rückkehr der Band stellt sich auch deswegen als unglaublich spannend heraus, da „Threnodies“ mehr ist als nur ein Album – es ist ein zehnteiliger Zyklus menschlichen Zerfalls, der den Hörer direkt in die Leere führt.

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Philine Sonny

Philine Sonny – Virgin Lake

Ein Kraftakt mit viel Herz und Offenheit begleitet Philine Sonny nach zwei EPs zum ersten kompletten Album. Sie lässt das eigene Schlafzimmer hinter sich und holt sich erstmals weitere befreundete Musiker:innen ins Boot, um den Sound auszubauen. Geworden ist es ein Werk in vier Akten, teils inspiriert von Benedict Wells‘ Coming-of-Age-Roman ‚Hard Land‘, der das wütende, sehnsüchtige Kind erst mit Selbstmitleid konfrontiert, später Freude entdecken lässt und schließlich beide Welten miteinander verbindet. „Virgin Lake“ kehrt das Innerste nach außen und setzt die Suche nach Verständnis, Balance und Selbstentwicklung konsequent fort.

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deary

deary – Birding

Zu Lockdown-Zeiten regte sich bei Ben Easton der Wunsch, der eher auf Style fokussierten Szene Südost-Londons zu entkommen und introspektive, emotional aufgeladene Musik zu schreiben. Ein gemeinsamer Bekannter brachte ihn mit Dottie Cockram zusammen, schnell wurde eine gemeinsame Liebe zu Cocteau Twins, Slowdive und My Blood Valentine entdeckt. Später stieß Drummer Harry Catchpole dazu, deary waren gegründet und bewegen sich seither in einem sehr eigenen, zeitlosen Sound zwischen Shoegaze, Dream-Pop und Indie. Das erste Album „Birding“ befasst sich mit den mal unsichtbaren, mal sehr deutlichen Auswirkungen des menschlichen Handels auf andere Menschen und die Umwelt.

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Robyn

Robyn – Sexistential

In einer Zeit grober Einschnitte und persönliche Veränderungen kann die Rückkehr zu Vertrautem Wunder wirken. Nach dem etwas clubbigeren „Honey“ ging es für Robyn erst in eine kleine private Pause, die letztlich zur Neuausrichtung führte. Ihren im Sommer 2023 geborenen Sohn zieht sie alleine groß, zudem beschäftigten sie Themen wie Identität, Intimität, Sexualität, Unabhängigkeit und Nähe intensiv. Die Arbeiten am mittlerweile neunten Studioalbum begannen bereits 2020, als die Welt die Grenzen dichtmachen musste, was zur Zusammenarbeit mit schwedischen Weggefährten fühte. Und doch klingt „Sexistential“, die Rückkehr zu typischen Popsongs, alles andere als gewöhnlich.

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Courtney Barnett

Courtney Barnett – Creature Of Habit

Nomen trifft Omen: „Things Take Time, Take Time“ hätte kaum besser als Titel für das bis jetzt letzte Album von Courtney Barnett gewählt werden können. Das ist mittlerweile fast viereinhalb Jahre her, in denen es für die Australierin allerdings nicht umbedingt ruhig gewesen war. Unter anderem sperrte sie ihr eigenes Label Milk! Records zu (zum Abschluss erschien noch ein rein instrumentaler Doku-Soundtrack) und zog nach Los Angeles. Diese Veränderungen spielen selbstverständlich auch auf ihrem inzwischen vierten regulären Soloalbum eine nicht zu verachtende Rolle. „Creature Of Habit“ handelt davon, sich selbst nicht mehr im Weg zu stehen, um das eigene Leben auch tatsächlich leben und mit allen Sinnen erfassen zu können.

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The Twilight Sad

The Twilight Sad – It’s The Long Goodbye

Das erste Album seit über sieben Jahren und eine Band, die auf das Kern-Songwriting-Duo – Sänger James Alexander Graham und Gitarrist Andy MacFarlane – geschrumpft ist: Der Hintergrund für die lange Wartezeit und Veränderungen bei The Twilight Sad sind tragischer Natur. Als die Schotten 2016 von einer Support-Tour für The Cure hingekehrt waren, wurde Grahams Mutter mit früh einsetzender frontotemporaler Demenz diagnostiziert, die fortan das Band- und Privatleben mehr als entscheidend mitbestimmte. Eine weitere Tour mit The Cure sieben Jahre später wurde abgebrochen, wenig später verstarb Grahams Mutter. Der Großteil von „It’s The Long Goodbye“ entstand während dieser Zeit.

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