Frachter

Frachter – Es wird gleich besser

Die Dauerkrise treibt vorbei und winkt alles andere als freundlich: Fracht rücken das Rampenlicht auf die Schattenseiten der Zeit, von Klimakrise über fortschreitenden Rechtsruck bis zum kaputten Neoliberalismus. Nach „Bad Sterben“ tourte das Trio fleißig durch das Land, verfeinerte seinen Ansatz zwischen Punk und Emo weiter und arbeitete sich zwischen Wut und Zweckoptimismus am Status Quo ab. „Es wird gleich besser“ darf gerne mal sarkastisch bis zynisch gesehen werden, langt beherzt zu und findet selbst im stets bewusst schroffen DIY-Sound Momente vorsichtiger Hoffnung.

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White Denim

White Denim – 13

Im Grunde steuerte alles auf diese magische Nummer zu: James Petralli wurde am 13. August geboren. Es ist sein 13. Studioalbum. Die letzte Platte hieß „12“. Und doch ist die neue Platte von White Denim doch so viel mehr als ’nur‘ eine mythische Zahl. Letztlich sollte es um das Leben und die Erfahrungen Petrallis gehen, was – wie die Zahl selbst – sowohl Glück als auch Unglück, Kreativität und Chaos bedeuten kann. Entsprechend vielseitig, abwechslungsreich und gerne unvorhersehbar zeigt sich „13“, wagt sich noch weiter hinaus und fügt sich doch perfekt in den schrägen, doch stets sympathischen Reigen des bisherigen Schaffens ein.

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Death Lens

Death Lens – What’s Left Now?

Death Lens haben aktuell einen Lauf. Zwei Jahre nach ihrem Epitaph-Einstand „Cold World“ meldet sich das Quartett aus Südkalifornien zurück und beweist weiterhin viel Herz. Seit ihren Garage-Punk-Anfängen hat sich die Band in verschiedenste Richtungen entwickelt, schreibt weiterhin grandiose Hooks und Texte, die gegen Unterdrückung ankämpfen, Außenseiter unterstützen und dabei stets das Gemeinsame betonen. „What’s Left Now?“ gibt all jenen eine Stimme, die glauben, keine zu haben, und setzt zugleich den kreativen Höhenflug der US-Band mehr als deutlich und spektakulär fort.

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Tomor

Tomora – Come Closer

Zwei im Grunde nur auf den ersten Blick unterschiedliche Welten finden zusammen. Auf der einen Seite steht Tom Rowlands, der seit bald 35 Jahren mit The Chemical Brothers elektronische Musik revolutioniert und einst half, Big Beat zu popularisieren. Auf der anderen platziert sich Aurora, die norwegische Art- und Avantgarde-Singer/Songwriterin, deren Pop-Ansatz längst auch international für Furore sorgt. 2019 gastierte sie auf dem Chemical Brothers-Album „No Geography“, fünf Jahre später revanchierte sich Rowlands mit einem Beitrag für „What Happened To The Heart?“. Aus dieser Verbindung wurde letztlich das gemeinsame Projekt Tomora. „Come Closer“ ist das erste Album.

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Anger MGMT.

Anger MGMT. – Anger Is Eternal

Wut kann vieles sein, das weiß Nik Petronijevic nur zu gut. Der Sänger von Anger MGMT. sang auf dem ersten Album „Anger Is Energy“ über seine Depressionen und Angsterkrankung, ist Mental-Health-Aktivist und hilft Menschen mit seiner Offenheit. Der Weg nach vorne ist jedoch ein stetes Auf und Ab, verläuft nicht linear. Exakt das thematisiert das Trio aus Winterthur einmal mehr und stellt sich musikalisch weiterhin breit auf – rockig, finster, zentnerschwer, stellenweise erstaunlich drückend und frontal. „Anger Is Eternal“ befasst sich mit alten Verletzungen, neuen Herausforderungen und steten Kämpfen, verpackt in abermals richtig gute Musik.

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XANKY

XANKY – small moves

Die Abkehr von einem vermeintlich gefestigten Karrierepfad legte den Grundstein für einen neuen Weg: Timo Xanke schloss den Popkurs der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 2015 ab, studierte am Institut der Musik der Hochschule Osnabrück und arbeitete in seiner Tätigkeit als Songwriter und Produzent unter anderem mit Jupiter Jones und Tujamo zusammen. Als Die Krux ging es auf Solopfade – deutschsprachige Musik mit Folktronica-Einfluss, was sich für den Künstler nie so richtig stimmig anfühlte. Nach dem zwischenzeitlichen Rückzug und der Suche nach einer eigenen musikalischen Sprache geht es nun als XANKY englischsprachig weiter. „small moves“ ist das erste Album.

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Friko

Friko – Something Worth Waiting For

Tourneen sind eine wunderbare Möglichkeit für Musiker, um sich sukzessive weiterzuentwickeln, um sich einzuspielen, um zu wachsen. Letzteres haben Friko wörtlich genommen. Bestritten Sänger und Gitarrist Niko Kapetan sowie Drummer Bailey Minzenberger den Release ihres Einstands „Where We’ve Been, Where We Go From Here“ noch als Duo, fanden sie in Bassist David Fuller und Gitarrist Korgan Robb mehr als patente Live-Unterstützung, die seither fix ins Line-up integriert wurde. Dieses Mehr an kreativen Stimmen macht sich auf dem Nachfolger bemerkbar: „Something Worth Waiting For“ klingt in jeder Hinsicht lauter, eindringlicher und wuchtiger.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Acknowledge Kindness

Ein gewisses Maß an Melancholie ist für The Reds, Pinks And Purples keinesfalls neu, doch kleidete der nach wie vor überaus eifrige Glenn Donaldson diese bislang gerne in funkelnde Arrangements, wieder und wieder von kantigen Gitarren und feinen Melodien begleitet. Das ist dieses Mal nicht so. Ein bewusster Blick zurück, mehr Selbstbewusstsein und Nostalgie lassen die Songs reduzierter und schwerer erscheinen. Es geht um das Hervorholen schmerzhafter Gefühle und Erlebnisse, ohne dabei auf sympathische Warmherzigkeit zu vergessen. „Acknowledge Kindness“ unterstreicht einmal mehr Donaldsons Qualitäten als Songwriter.

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Kiiōtō

Kiiōtō – Black Salt

Keine japanische Stadt, sondern ein ungewöhnliches wie mitreißendes musikalisches Duo: Kiiōtō ist die aktuelle kreative Heimat von Sängerin Lou Rhodes (ehem. Lamb) und Songwriter / Pianist Rohan Heath, der als Teil der Eurodance-Formation Urban Cookie Collective bereits in den frühen 90ern mit dem deutschen Top-5-Hit „The Key The Secret“ erstmals in Erscheinung trat. Gemeinsam macht man Musik, die näher an Rhodes‘ früherer Band ist, die Jazz, TripHop und Elektronik auf stilvolle Weise vermengt. „Black Salt“ ist ihr zweites Album und schickt sich an, den bereits stilvollen Vorgänger in den Schatten zu stellen.

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Teen Suicide

Teen Suicide – Nude descending staircase headless

Raus aus dem kleinen Zimmer und rein ins ordentliche Studio: Jahrelang veröffentlichte Sam Ray mit verschiedenen Mitstreitern als Teen Suicide sympathische, energische, aber auch verträumte Lo-Fi-Songs. Seit bald acht Jahren gibt es ein fixes Line-up als Duo mit Ehefrau Kitty Pryde, Rays schwere gesundheitliche Probleme der letzten Jahre scheinen überwunden, zudem besteht nun eine etablierte Tour-Besetzung für ordentlich Live-Präsenz. „Nude descending staircase headless“ weicht dennoch vom vertrauten Homerecording-Prozess ab und wurde erstmals mit umfassender Instrumentierung und ordentlicher Produktion aufgenommen. Das steht der Band erstaunlich gut zu Gesicht.

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