Tungsten

Tungsten – Ashes

Wer die skandinavische Heavy-Metal-Szene im letzten Jahrzehnt aufmerksam beobachtet hat, durfte den beeindruckenden Aufstieg von Tungsten, eines Nordic Folk Power Metal-Familientreffens der besonderen Art, hautnah miterleben. Das schwedische Gespann ging ursprünglich aus einer ambitionierten Idee von Drum-Legende Anders Johansson (bekannt von HammerFall) und seinen Söhnen Karl und Nick hervor, hat sich inzwischen aber zu einer eigenständigen, unaufhaltsamen Metal-Institution entwickelt. Das Erfolgsgeheimnis? Die vierköpfige Truppe bricht die traditionellen Genregrenzen des Power Metal nicht nur regelmäßig mit modernen Elementen, sondern stellenweise auch mit erfrischend eigenwilligen, nahezu skurillen Impulsen auf. Fast genau zwei Jahre nach ihrem letzten Studio-Ausrufezeichen „The Grand Inferno“ legen die Nordmänner nun den nächsten Meilenstein nach: Mit „Ashes“ erscheint ihr fünftes, von Fans bereits sehnsüchtig erwartetes Werk.

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Bodega

Bodega – All Inside Aquarium

Kein Platz für Post Punk: Wiewohl dieser Ausdruck ursprünglich zu Bodega passte, distanziert sich das New Yorker Quintett nun explizit von diesem Begriff. Geht es nach Sänger und Gitarrist Ben Hozie, hat man sich inzwischen weiter denn je davon entfernt. Entwickelte sich bereits der Vorgänger „Our Brand Could Be Yr Life“, seines Zeichens eine Neuaufnahme einer Prä-Bodega-Platte, musikalisch in eine deutlich rockigere Richtung, so wird nun die bewusste Zuwendung zu melodischeren Songs gefeiert, die vielfältig, abwechslungsreich und kantiger ausfallen dürfen. „All Inside Aquarium“ breitet seine Schwingen gar lässig aus.

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Dylan John Thomas

Dylan John Thomas – Nothing Here Worth Taking

Viel Schweiß, rohes Talent und gute Songs – das sind wohl die drei Hauptzitaten für den Erfolg von Dylan John Thomas. Mit seinem DIY-Ethos erarbeitete er sich vor allem in seiner schottischen Heimat ein stetig wachsendes Publikum. Der selbstbetitelte Einstand schlug Anfang 2024 ein, in Landsmann Gerry Cinnamon fand er einen Förderer, der ihn mit auf Tour nahm, später verkaufte er das OVO Hydro in Glasgow mit dessen 14.300 Plätzen komplett aus. Und jetzt? „Nothing Worth Taking“ denkt den angenehm folkigen, zeitlosen Charme seiner Musik weiter und wagt sich ganz nebenbei an das eine oder andere spannende Experiment.

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Tramhaus

Tramhaus – Blister

Ihr erstes Album war nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch für ausgiebige Live-Aktivitäten. Nach einer Serie von Singles rannten Tramhaus vor ziemlich genau zwei Jahren mit „The Last Exit“ offene Türen ein und spielten im Anschluss 125 Konzerte in 22 Ländern binnen einem Jahr. Es ging durch ganz Europa, nach Japan und in die USA, auf Festival-Bühnen (u. a. Primavera und Sziget) ebenso wie in weniger besuchte Länder, darunter Moldawien und Kosovo. Nebenher entstanden erste Skizzen für eine neue Platte, später im GAM Studio in vertrauter Ardennen-Umgebung komplettiert. „Blister“ erscheint nun in einer internationalen Kooperation bei gleich sechs unterschiedlichen Labels, im GSA-Raum bei Siluh.

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Dexter And The Moonrocks

Dexter And The Moonrocks – Friends That I Don’t Like

Manchmal geht einem einfach alles auf: Dexter And The Moonrocks gelang im Frühjahr mit „Freakin‘ Out“ ein viraler Hit – mehr als 200 Millionen Streams, Platz 33 in den USA und Platin-Auszeichnung. Für das texanische Quartett, das mit seinem Mix aus Alternative Rock, Country, Indie und etwas Pop Punk seit der Gründung 2021 nach einer eigenen Nische sucht, war das der verdiente Lohn harter Arbeit. Nach vier EPs, diversen Singles und unzähligen Konzerten landet nun das erste komplette Album: „Friends That I Don’t Like“ demonstriert eindrucksvoll, daass ihr überraschender Überflieger alles andere als ein Zufallsprodukt war.

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zeronic

zeronic – Modernism

Das erste österreichische Alternative-Jahrzehnt der 2000er gehörte unter anderem zeronic. Die drei Wiener veröffentlichten vier unterhaltsame Alben sowie eine Vielzahl an Singles und Kleinformaten, tourten mit allerlei Größen und wurden mit einem Musikvideo sogar als Nominierte beim New York International Film Festival vorstellig. Nach der zwischenzeitlichen Auflösung 2016 und Solo-Ausflügen von Sänger Michael „Mik“ Tanczos meldet man sich nun tatsächlich zurück. „Modernism“, das erste Album seit stolzen 14 Jahren, treibt den vertrauten Alternative Rock in eine zugleich kantige und hymnische Zukunft und befasst sich intensiv mit den Widersprüchen des modernen Lebens.

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Fat Dog

Fat Dog – Cancel Me (I’m Tired)

Plötzlich waren sie der Act der Stunde: Mit ihrem ersten Album „WOOF.“ rannten Fat Dog offene Türen ein. Ihr Dance-Punk / Rave-Rock / Electro-Pop / etc. machte sie zur Glastonbury-Sensation, führte sie in die USA und brachte sogar eine Anfrage der britischen Eurovision-Delegation ein, die aber aus politischen Gründen abgelehnt wurde. Stattdessen ging es von einer Überseereise, wo alle sieben Musiker nach und nach ihre eigenen kleinen Zusammenbrüche erlitten, direkt ins Studio. Dieses Mal bewusst textlastiger angelegt und dabei dennoch weiterhin herrlich wahnwitzig, dreht „Cancel Me (I’m Tired)“ am Stand durch.

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Vacations

Vacations – Pursuit Of Anything

Vacations brauchten etwas Urlaub, nicht nur des Wortspiels wegen. Nach dem Release von „No Place Like Home“ tourten die Australier erst einmal ausgiebig, bevor man zumindest eine Bühnenpause einlegte. Privat tat sich aber einiges bei der Band aus Newcastle. Sowohl Bassist Jack Johnson als auch der Vater gewordene Drummer Joseph Van Lier heirateten, Gitarrit Nate Delizzotti zog es nach Melbourne, während Frontmann Campbell Burns erst in Los Angeles und schließlich in Brooklyn landete. Die Arbeiten und Aufnahmen erfolgten über zwei Kontinente, teils mit Session-Musikern komplettiert, und ergeben nun das verspielte, erwachsene „Pursuit Of Anything“.

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Die Cigaretten

Die Cigaretten – Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt

Auch für Nichtraucher großartig: Die Cigaretten melden sich mit einem neuen Album zurück. Das Trio aus Hamburg langt bevorzugt roh und direkt zu, bündelt Punk- und Rock’n’Roll-Energie in gerne mal schroffe, kraftvolle und ab und an recht schön unbequeme Songs. Genau das könnte der richtige Ansatz angesichts einer bis zur drohenden Katastrophe eskalierenden Gegenwart sein. So oder so ähnlich lässt sich der Titel ihres neuen Longplayers erklären: „Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt“ klopft 15 Lieder über Liebe und Trennungen, Chaos und Hoffnung raus und findet sich immer wieder in tragischen, absurden und wunderschönen Momentaufnahmen.

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Protomartyr

Protomartyr – Hotel Usona

Zurückhaltung – vornehm oder anderweitig – war noch nie die Stärke von Protomartyr. Seit mehr als 15 Jahren verbindet das Quartett aus Detroit zunehmend experimentell veranlagten Post Punk mit klarer Kante. Drei Jahre nach dem herausragenden „Formal Growth In The Desert“ ringen sie mit einer in so ziemlich jeder Hinsicht beschissenen Gegenwart und alles andere als hoffnungsvollen Zukunftsaussichten. In „Hotel Usona“ stellt sich Frontmann Joe Casey sein Heimatland als alterndes, zunehmend verfallendes Hotel vor und betrachtet eine Nation im freien Fall, die sich in den Fängen des Faschismus befindet.

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