Games We Play

Games We Play – I Wish I Never Quit

Zurück auf Start: Die vermeintlich beste Phase seiner jungen Karriere endete für Emmyn Calleiro mit einer Identitätskrise. Als Games We Play verlor er den Plattenvertrag mit seinem Lieblingslabel, seine Band zerfiel und nach Support-Slots für Fall Out Boy und Yungblud war er plötzlich wieder alleine unterwegs. Das klappte erstaunlich gut, wurde aber von einer Existenzkrise begleitet. Als Jungvater ging es darum, einen für sich und seine Familie sinnvollen weiteren Weg zu finden. Nachdem er seit seiner Jugend Hilfe hatte, schrieb er dieses Mal alle Texte selbst, arbeitete die Musik über ein Jahr hinweg aus und wagte sich über vermeintliche Pop-Punk-Limits hinaus. Das Ergebnis hört auf den Namen „I Wish I Never Quit“.

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Roomer

Roomer – Staircase Made Of Rope

Drei für sich aktive und kreative Musiker:innen, die rund um Folk, Elektronik und Avantgarde kreisen, finden für ein imposantes Ganzes einmal mehr zusammen. Nach dem packenden „Leaving It All To Chance“, das auf jahrelang live erprobtem Material beruhte, wollten Roomer bei ihrer nächsten Platte gleich einmal alles anders machen. Lockere Strukturen, First Takes und Improvisationen ergeben ein Werk, dass sie selbst als ‚lose Angelegenheit‘ bezeichnen. Das Trio aus Berlin möchte sich und seinen Sound, der sich rund um Shoegaze und Dream-Pop/Rock dreht, bewusst hinterfragen und auf die Probe stellen. „Staircase Made Of Rope“ schafft das auf eindrückliche Art und Weise.

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De Staat

De Staat – De Staat

Nach dem Abschluss ihres bunten Liederzyklus nahmen sich De Staat eine kleine Auszeit. Etwas kreative Regeneration war notwendig, nur um jetzt dem eigenen Bandnamen alle Ehre zu machen. Die niederländische Alternative-Institution widmet sich auf seinem siebten Studioalbum Themen wie Macht, Manipulation, Falschinformationen und Autokratie – als Reaktion auf die Zeichen der Zeit und Ausdruck jüngerer Entwicklungen. Begleitet von Kunstinstallationen und konzeptuellen Live-Shows, kann eine solche Platte selbstverständlich nur einen Namen tragen: „De Staat“.

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Kaktus Einarsson

Kaktus Einarsson – Factoid Happiness

Glück und Freude – was das genau ist, beschäftigt Kaktus Einarsson seit geraumer Zeit. Der Musiker und Songwriter aus Island konzentriert sich auf seinem dritten Album darauf, wo man Happiness (angeblich) finden kann. Vermeintliche Wege zur Fröhlichkeit gibt es viele, als bloße Halbwahrheiten verkauft, von Algorithmen bestimmt und letztlich doch oft nur davon abhängig, ob man daran glaubt. Was sich zugegebenermaßen verkopft und abstrakt liest, liefert die durchaus philosophische Basis für „Factoid Happiness“, ein Werk über die Herausforderungen und Reizüberflutung des modernen Lebens, die Kommodifizierung des Glücks und der Schönheit des Gemeinsamen.

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Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Stay Lonely

Blood Red Shoes gehören mittlerweile zum Inventar. Seit über 20 Jahren machen Laura-May Carter und Steven Ansell gemeinsam Musik, zwei Top-50-Alben in Großbritannien sind als größte Erfolge zu verbuchen, ebenso kleinere Radiohits wie „You Bring Me Down“ und „Say Something, Say Anything“. Nach der einen oder anderen elektronischen Überraschung auf dem Anfang 2022 erschienenen „Ghosts On Tape“ geht es nun wieder weitestgehend (aber keinesfalls ausschließlich) zurück zum kantigeren Rock-Sound davor. Das siebte Studioalbum „Stay Lonely“ entstand komplett in Eigenregie – Songwriting, Aufnahme, Produktion, Mix und Label – und destilliert den Sound des Duos aus Brighton auf das Wesentliche.

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Musa Dagh

Musa Dagh – Endurance

Aren Emirze musste Musa Dagh einmal mehr neu besetzen. Am Schlagzeug kam das bereits das eine oder andere Mal vor (nach Thomas Götz und Sebastian Madsen gibt hier nun der zuletzt unter anderem bei Abwärts tätige Martin „Dog“ Kessler den manisch-motorischen Takt vor), der Abschied von Aydo Abay (der kurze Zeit später eine spannende Platte mit No Body veröffentlichte) überraschte dennoch. Über Produzent Moses Schneider entstand der direkte Kontakt zu SAFI, die zusätzlich den Bass übernahm und den Sound noch einmal etwas aufwertete. Wenig überraschend brennt die Luft ab der ersten Sekunde von „Endurance“, das mittlerweile dritte Studioalbum.

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CEVIL

CEVIL – Favourite Girl

Großartige, elektronisch befeuerte Popmusik aus Dänemark ist immer ein Grund zur Freude – man denke an Oh Land, When Saints Go Machine oder MØ. CEVIL könnte schon bald in diese Phalanx vordringen. Die 28jährige Sängerin, Songwriterin und Produzentin machte Ende 2024 mit der EP „FREAK“ von sich reden – gefühlvoll, aber zugleich schroff und sehr eigenwillig. Diesen Weg ging sie erfolgreich weiter, hatte zahlreiche Radiohits und landete am Radar diverser Tastemaker. Das erste Album „Favourite Girl“ hat ein Herz für Extreme und lässt Selbstzweifel, Verlangen, Überforderung und Verliebtheit gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

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The Meffs

The Meffs – Business

Punk muss wehtun, musikalisch wie inhaltlich. The Meffs beweisen aktuell Haltung und thematisieren, wie alles vor die Hunde geht. Das Duo aus Essex macht unheimlich viel Lärm, gepaart mit knackigen Riffs und pointierten Texten – mal verletzlich, mal so unbequem wie menschenmöglich. Der ansonsten im Metal-Umfeld tätige Produzent Dan Weller kümmerte sich darum, den drastischen Live-Sound von Sängerin/Gitarristin Lily Hopkins und Drummer Lewis Copsey einzufangen. Das tut „Business“, dem zweiten Album der Engländer:innen, hörbar gut, und fängt die Qualitäten einer Platte ein, die laut Band von der ersten bis zur letzten Sekunde fest an die Wand drücken soll – wie es Unternehmen eben auch tun.

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Agatha Is Dead!

Agatha Is Dead! – Concrete

Erst einmal einspielen, dann Songs aufnehmen: Agatha Is Dead! fanden sich bereits im Winter 2021 und spielten zunächst jahrelang Shows im Berliner Underground. Hier ließen sie ihren Mix aus Post Punk, Garage Rock und Alternative reifen, fanden ihren eigenen Weg zwischen Melancholie, Intensität, Riffs und Tanzbarkeit, und traten unter anderem beim SXSW sowie bei einer monatelang im Voraus ausverkauften Headliner-Show im Berliner Lido auf. Bevor es aufs Reeperbahn Festival sowie zwei Touren im Oktober und Februar geht, landet mit „Concrete“ mal eben zwischendurch ein packendes, angenehm vielschichtiges erstes Album.

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Olafur Mowa

Olafur Mowa – Post Internet Era

Ist das Internet tatsächlich tot? Seit geraumer Zeit grassieren Theorien, dass weite Teile des Web und der Diskussionen in sozialen Medien und Kommentarspalten von Bots geführt werden, von Unmengen an Werbung (YouTube ohne entsprechende Block-Technologie ist … eine Erfahrung) und künstlicher Intelligenz ganz zu schweigen. Olafur Mowa befasst sich auf seinem ersten Soloalbum mit der Zeit danach. Neben GiGi Blow hatte er Bock, auch mal den einen oder anderen Track ohne Partybezug zu schreiben, über Coming of Age jenseits der Teenagerzeit. Musikalisch zwischen unzähligen Genres und Epochen angesiedelt, kultiviert „Post Internet Era“ den Charme des Seins im digitalen Zeitalter.

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